
Eine Ode an das Texelschaf
Eine Ode an die Texeler Schafwolle. So nennt die Künstlerin Eri-cka Voortman die „Wollkathedrale“, die seit Ende 2025 das imposante Innere der ehemaligen reformierten Kirche in der Peperstraat 7 in Oosterend bildet.
„Wolle bringt wenig ein, kann aber in ihrer Wertlosigkeit dennoch so wertvoll sein. Auch ich habe mich eine Zeit lang wertlos gefühlt. Aber siehe da: Schenke ihr Liebe, und sie gewinnt an Wert! Die Wolle und die Kathedrale sind für mich ein Symbol der Auferstehung. Vom Trübsinn zur Stärke." Voortman gewann 2024 den Texeler Kulturpreis anlässlich ihrer Ausstellungen im Boetje van Klemat in Den Hoorn (WIEG! ist dort noch zu sehen). „Vor zwei Jahren landete ich in Oosterend. Die ‘Strender' drängten mich, etwas in der Kirche zu machen. Die stand schon seit zwanzig Jahren leer. Ich habe den Sprung ins kalte Wasser gewagt. Im Dorf entstand eine Welle der Begeisterung." Vier Monate lang, sieben Tage die Woche wurde an den Strickarbeiten geschuftet. Etwa zweihundert Menschen halfen mit. „Strender, Texeler, ‚Festländer‘, Touristen… Aber vor allem: begeisterte, engagierte, loyale und mitwirkende Menschen. Beim Spinnen und Stricken entstanden schöne Gespräche. Die Wollpaneele, jedes neun Meter lang, sind damit eine Art Lebenspaneele, Hieroglyphen." In der Kirche - täglich von 12:00 bis 15:00 Uhr geöffnet - ist auch eine Fotoausstellung eingerichtet, die den Prozess vom Schafe scheren bis zum beeindruckenden Endergebnis zeigt.